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# Ausgabe No.3 2022 #


Dystopie oder Utopie?


Eigentlich möchte man verzweifeln.

Nein, man möchte nicht. Es passiert einem. 
Nicht von heute auf morgen, nicht plötzlich.
Der Verzweifel schleicht sich ein.
Ganz langsam.

Er erwächst aus seinem kleinen Bruder, dem Zweifel.
Dieser wohnt zwischen Hoffnung und Resignation.

Ich mag den Zweifel.
Er hält in Bewegung. Er spornt an, weiterzudenken,
die andere Seite zu ertasten, um die Ecke zu fühlen.

Der Verzweifel schlägt sich auf die Seite der Resignation.
Er tötet jede Bewegung. Ich kann ihn nicht leiden.


* * * * *

Zeitenwende.

Seit dem 27. Februar ist sie eingeläutet, die Zeitenwende.
Ganz offiziell, von unserem Bundeskanzler.

Nun ist dieses Wort in der Welt und fliegt durch alle Medien.
Zeitenwende. Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die davor.

Einschneidend klingt das. Mächtig.
Und bedeutungsschwanger.
Denn welche Zeitenwende ist eigentlich gemeint?

Wer wendet die Zeit?
Oder hat jede Zeit ihr Verfallsdatum und wendet sich selbst?
Und wann genau ist der "Point of no Return"?

Eine Zeitenwende ist eine radikale Wandlung, eine Umkehr,
eine Abkehr von etwas, das bislang identitätsstiftend war.

Ist es legitim, dieses mächtige Wort
für ein Rüstungs-Revival und Militäreinsätze zu verwenden?


* * * * *

"Die Zeiten, in denen das Alte noch nicht sterben kann
und das Neue noch nicht werden kann,
sind die Zeiten der Monster." Antonio Gramsci
(Hallo Wladimir)


Ja, wir leben in diesem Zwischenraum.
In dem Raum, wo einst der Zweifel lebte
und sich nun die Verzweiflung breitmacht.

Ja, wir brauchen eine Zeitenwende. 
Wir brauchen ein neues "Kehret um, und ihr werdet leben".

Dabei trifft es eine "Umkehr" nicht.
Denn wohin wollten wir zurück?


* * * * *

Ich hab mich selbst gefragt, wie ich mir das Jahr 2050 vorstelle.
Wie werden wir dann leben? 

Und ich merke, dass ich diesen zeitlichen Horizont gar nicht einnehmen kann. Man geht seinen Dingen nach, hält zwischendurch inne, tut sein Bestes und versucht irgendwie, eine Krise nach der anderen auszuhalten, zu verarbeiten, nicht zu verzweifeln, immer wieder neue Kraft zu schöpfen, seinen eigenen kleinen Beitrag zu leisten und sich mit anderen zu verbinden. Und trotzdem reicht es irgendwie nie.

Eigentlich würde ich uns allen gern ein Jahr Pause gönnen.
Allen, also der gesamten Menschheit.

Eine Zeitenwende braucht Zeit.
Zeit zum genauen Hinsehen, zum Geschichtenhören.
Zum Spüren, was werden will, zum Austauschen.
Zum Abschiednehmen vom Alten.
Zum Bodenbereiten für das Neue.

Wenn wir uns 1 Jahr Zeit nehmen und nichts anderes tun, als miteinander in den Dialog zu gehen, in wechselnden, bunt gemischten Runden, weltweit.

Nach dem Jahr würden wir feststellen, dass wir noch ein Jahr brauchen.
Und nach diesem zweiten Jahr würden wir vielleicht festellen, dass uns diese Art des Zusammenseins gefällt ...

Ist das eine Utopie?
Wahrscheinlich.
  
Aber was soll uns sonst Hoffnung geben, wenn nicht Utopien?

Fühl dich bitte sehr eingeladen, die Frage "Wie werden wir 2050 leben?" zu bewegen. Und vielleicht magst du deine Gedanken hier teilen.


Herzliche Grüße
Peggy




In dieser Ausgabe:

Neues im Blog
# Achtung.
# Feministische Außenpolitik
# Gedanken zum Krieg 
# Worauf würdest du verzichten
# Wozu sind denn dann Kriege da
# 5 Tibeter - 5 Grenzen 
# Rückblick Coaching-Ausbildung Teile 1+2 

WandelBar
# Tadaa und Vorhang auf:
Julians Theaterstück kommt auf die Bühne

Entdeckt
# 17 Ziele und du
# Der Geruch der Diktatur
# Die besten Weltuntergänge
# Museum des Kapitalismus
# Systemwandel zum Lesen
# Futura

Zu guter Letzt 
# The Future's so bright



Neues im Blog

Friede: Achtung.
Achtung, die Zeitenwende ist vollzogen:
Die Friedenstaube ist krank und lässt viele Federn. Von uns gibt es Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung eines sich tapfer verteidigenden Landes ...
>>> jetzt lesen



Hildegard: Feministische Außenpolitik
„Ich werde nicht mehr in dieser Gesellschaft leben, die gerecht funktioniert für alle. Auch wenn dieser Krieg gerade alles überschattet, ist es gleichzeitig wahr, dass sich vieles tut, dass sehr viele Menschen an einem neuen Verständnis von internationaler Politik arbeiten.“ Eine leise ermutigende Sicht von Kristina Lunz in dunklen Zeiten ...
>>> jetzt lesen


Anne: Gedanken zum Krieg
Seit dem 24.02.2022 fühle ich mich so ohnmächtig wie nie zuvor. Ich bin unglaublich behütet und privilegiert aufgewachsen. In meiner Grundschulzeit lernte ich noch Lieder wie „Kleine weiße Friedenstaube“ oder Gedichte wie „Frieden ist schön“. Für mich war Krieg etwas Abstraktes ...
>>> jetzt lesen


Peggy: Worauf würdest du verzichten
Viele Menschen sind auf der Flucht. Menschen aus Syrien, der Ukraine, aus Burundi. Menschen aus dem Jemen, Myanmar, Afghanistan. Worauf würdest du verzichten, wenn du eine*r von ihnen wärst? Eine Übung zum Thema Verzicht, die mich mehr als nachdenklich gemacht hat ...
>>> jetzt lesen


Thomas: Wozu sind denn dann Kriege da
Nach dem Artikel der geschätzten Anne Grökel war mein Impuls sofort da, ebenso zur Feder zu greifen bzw. in die Tastatur zu hauen. Ich war 19 Jahre, als die Mauer fiel und sich dann in diesem Zuge die Teilung der Welt in Ost und West auflöste. Ich war der festen Überzeugung, von nun an breche das goldene Zeitalter der Menschheit in Frieden und Wohlstand an ...
>>> jetzt lesen


Peggy: 5 Tibeter - 5 Grenzen
Manchmal habe ich keine Lust mehr zu denken oder zu sprechen. Der ewige Gedankenkreisel, das Ping-Pong, das Hin und Her der neuronalen Fragmente. Dann ist der Körper ein perfekter Anker. Da sein. Spüren. Neue Impulse wahrnehmen. Und plötzlich geht es auch im Hirn einen Schritt weiter ...
>>> jetzt lesen


Rainer, Peggy und Steffi: Rückblick Coaching-Ausbildung Teil 1+2
Anfang 2022: fast zwei Jahre Covid-19-Pandemie.Transformative Zeiten für uns alle, transformative Zeiten für jede*n von uns. Seit Anfang Oktober 2021 läuft unsere aktuelle Ausbildungsreihe. Es ist die erste, die unter diesem Namen in diesen Zeiten stattfindet ...
>>> jetzt lesen




WandelBar

Tadaa und Vorhang auf: Julians Theaterstück kommt auf die Bühne

Das ist ein besonderer Moment. Seit den ersten Ideen für ein Theaterstück, das den Arbeitstitel "Göttliches Update" trug, sind nun gut eineinhalb Jahre vergangen. Damals saßen Friede (Initialzünderin und Ideen-Fee) und ich (für alle wilden Ideen zu haben) im Garten und warfen uns gegenseitig den Ball zu. Den bunten Haufen an Gedankenschnipseln übergaben wir dann vertrauensvoll in Julians Hände. Und was daraus jetzt geworden ist, ist der Hammer. Ich schwör ✌.

"Seht mich an" - so heißt das opulente Stück nun und feiert am 26. April in Hamburg Premiere. 

>>> Hier findest du alle Infos



Entdeckt

# 17 Ziele und du
Die UNO hat 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung formuliert. Auf der gleichnamigen Website findest du sie alle - mit vielen Infos und Anregungen für Tu Du's, einem Podcast und Aktionen.
>>> Die 17 und ich

# Der Geruch der Diktatur
Der Geruch von Uniformen im Regen, der Knoten des Pionierhalstuchs. Bei einem Besuch der syrischen Autorin Dima Albitar Kalaji und der in Ostdeutschland aufgewachsenen Autorin Annett Gröschner im Stasimuseum Berlin im Jahr 2018 wurde beiden bewusst, wie resonant ihre Erinnerungen an die Erfahrungen in der Diktatur sind. In ihrem gemeinsamen Projekt "Der Geruch der Diktatur" untersuchen sie die Verflechtungen der syrischen und der DDR-Diktatur künstlerisch mit Mitteln der Recherche.
>>> Die Tür zur Diktatur

# Die besten Weltuntergänge
Die Welt, wie wir sie kennen, wird untergehen. Sie ist schon dabei. Und was kommt dann? Dieses Kinderbuch von Andrea Paluch entwirft in knappen Texten und auf spektakulären Bildtafeln ganz verschiedene Szenarien für unsere Zukunft. Werden wir nur in Raumschiffen überleben können? Kommt eine große Dürre oder doch eher eine Flut? Könnte es vielleicht auch schön werden, zum Beispiel ohne Kriege und Grenzen? Wie wäre das Leben ohne Autos oder mit freien Tieren?
>>> Die 12 Weltuntergänge

# Museum des Kapitalismus
Kapitalismus – das ist sowas wie Freiheit, oder nicht? Aber jetzt stell dir vor, du wachst auf und der Kapitalismus ist vorbei. Was hat sich verändert? Ist die Welt ein bisschen besser geworden? Was heißt das für die Wirtschaft? Würden wir noch arbeiten? Und wer bestimmt jetzt über die Gesellschaft, in der wir leben? Im Museum des Kapitalismus kannst du erkunden, was ist, um zu begreifen, was es sein könnte. Eine Reise zum Verstehen und zum Vorstellen, zum Gestalten, Diskutieren und Träumen.
>>> Bye Bye Capitalism

# Systemwandel zum Lesen
Klimawandel, Globalisierung, Digitalisierung, Armutsschere, demographischer Wandel, endliche Ressourcen - wir sind Zeugen rasanter Veränderungen. Die Grenzen des Wachstums zeichnen sich mehr und mehr ab. Es ist Zeit für den Wandel und einen grundlegenden Paradigmenwechsel in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das Magazin "forum Nachhaltig Wirtschaften" befasst sich mit dem Thema Systemwandel. 
>>> Die große Transformation

# Futura
Noch bis 10. April kannst du die Ausstellung "FUTURA - die Vermessung der Zeit" in der Hamburger Kunsthalle besuchen. Wie wird die Zukunft wohl aussehen, wie wollen wir sie gestalten? Und was vermag die Kunst in diesem Zusammenhang? Kann sie zu einem Diskurs über Wahrnehmung, Vorstellung und Zukunftsfragen substantiell beitragen? 
>>> die Zeit, die Zeit ...



Zu guter Letzt

# The Future's so bright





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Wir danken dir von Herzen! 🎈❤
...

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